{"id":942,"date":"2014-09-07T15:12:35","date_gmt":"2014-09-07T15:12:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gunther-neumann.com\/?p=942"},"modified":"2015-08-01T22:02:27","modified_gmt":"2015-08-01T22:02:27","slug":"dragan-velikic-bonavia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gunther-neumann.com\/?p=942","title":{"rendered":"Dragan Veliki\u0107: Bonavia"},"content":{"rendered":"<p>Wer uns die Augen \u00f6ffnet, ist ein Verr\u00e4ter<\/p>\n<h3><strong>Dragan Veliki\u0107: Bonavia<\/strong><\/h3>\n<p>&#8211; oder vielmehr schwierige Wege. Poesie, Suade und kluger Essay in einem. Der vielleicht pers\u00f6nlichste<br \/>\nRoman des serbischen Autors<\/p>\n<p>Wiener Zeitung sowie Glanz &amp; Elend, September 2014<!--more--><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07836-sepia.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-1077\" src=\"https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07836-sepia-1024x768.jpg\" alt=\"DSC07836 sepia\" width=\"637\" height=\"478\" srcset=\"https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07836-sepia-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07836-sepia-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07836-sepia.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 637px) 100vw, 637px\" \/><\/a>Die Zahl 14 hat eine Publikationslawine ausgel\u00f6st. Fast jeder Verfasser versucht, aus dem als Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts bezeichneten Jahr und Krieg Lehren zu ziehen: \u00fcber erhitzten Nationalismus, unzul\u00e4ngliche Friedensbem\u00fchungen, Fehlschl\u00fcsse, schief gegangenes Nationbuilding, Wiederholungen der Geschichte, \u00fcber das Scheitern schlechthin. Krisen, Wahnsinn und Tod sind stets auch exzellenter Humus f\u00fcr die Kunst, meinen nicht nur Zyniker. Viel gute Literatur kommt heute aus S\u00fcdosteuropa, manchmal mit etwas despektierlichem Beiklang verallgemeinernd auch \u00bbder Balkan<em>\u00ab<\/em> genannt.<\/p>\n<p>Dragan Veliki\u0107 ist neben David Albahari der im Deutschen Sprachraum meist\u00fcbersetzte serbische Autor. <em> Bonavia<\/em>, Veliki\u0107s neuester Roman, kreist nicht um das Gedenkjahr 1914, doch kaum einer entschleiert die Verwerfungen der Gesellschaften S\u00fcdosteuropas besser als Veliki\u0107. W\u00e4hrend der Jugoslawienkriege der neunziger Jahre war er Journalist beim Radio <em>B92<\/em> und der Wochenzeitschrift <em>Vreme<\/em>, in engagierter Opposition zum Milosevic-Regime. Von 1999 bis 2002 arbeitete er im selbstgew\u00e4hlten Exil in Budapest, Wien und Berlin.<\/p>\n<p><strong> Bonavia: nomen est omen?<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07628.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-1046\" src=\"https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07628-300x225.jpg\" alt=\"DSC07628\" width=\"321\" height=\"241\" srcset=\"https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07628-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07628-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07628.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 321px) 100vw, 321px\" \/><\/a>Zwischen diesen St\u00e4dten sind in <em>Bonavia<\/em> auch drei Hauptfiguren unterwegs, zwei Frauen, ein Mann. Sie sind Vertreter einer Generation serbischer Intellektueller, die sich allesamt von den Kriegen der 90er Jahre und dem damit verbundenen nationalistischen Wahnsinn ferngehalten haben. Bleiben? Gehen? war die Lebensabschnittsfrage junger Gebildeter, welche die Kriegsprofiteure in Politik und Wirtschaft verachteten. Ihre Heimat hatten viele aus unterschiedlichen Gr\u00fcnden verlassen; manche sind zur\u00fcckgekehrt, und dennoch weiter ratlos unterwegs. Im neuen Serbien suchen sie ebenso Orientierung wie im EU-Europa oder in den USA. Marko, mit 45 noch hoffnungsvoller, aber wenig erfolgreicher Schriftsteller, verfasst Reisef\u00fchrer. Marija ist seine seit der ersten Begegnung vor sechs Jahren in Budapest nicht unbedingt zufriedene Partnerin. Sie begleitete damals ihre Jugendfreundin Kristina bis hierher. Diese wanderte in die USA aus, w\u00e4hrend Marija zur\u00fcck nach Belgrad ging, mit Marko.<\/p>\n<p>Nun reist Marko mit dem Zug von Belgrad nach Wien, mit noch immer wachen Augen, offenem Geist. Aber er kann seine Gedanken und Assoziationen kaum b\u00fcndeln, ist ein Sammler von Details. \u00bbAus lauter Banalit\u00e4ten kn\u00fcpfte er ein Netz, das immer dichter wurde, und verstrickte sich selbst darin\u00ab sagt Marija \u00fcber ihn. Er ist ein Tr\u00e4umer, wie auch andere m\u00e4nnliche Nebenfiguren des Romans, etwa Markos Vater, der seit langem in Wien lebt. Die Frauen zwischen den langen Schatten der Vergangenheit wiederum scheinen die Pragmatikerinnen zu sein.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07660.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-1040\" src=\"https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07660-300x225.jpg\" alt=\"DSC07660\" width=\"313\" height=\"235\" srcset=\"https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07660-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07660-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07660.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 313px) 100vw, 313px\" \/><\/a>Private Schicksalswege kreuzen in Bonavia die gro\u00dfen Linien der Geschichte S\u00fcdosteuropas im 20. Jahrhundert, und dar\u00fcber hinaus. Durch die Dialoge und Gedanken aus der wechselnden Perspektive seiner Figuren webt Veliki\u0107 Entw\u00fcrfe. Nach und nach wird deutlich, dass die Muster alt sind, und vielf\u00e4ltige Wahrheiten wie L\u00fcgen ans Licht bringen. Veliki\u0107 sch\u00f6pft aus einem schier unersch\u00f6pflichen Reservoir an Bildern. Poetisch-m\u00e4rchenhafte Passagen wechseln mit n\u00fcchtern-lakonischen, oft in Bewegung, vorzugsweise aus dem Zug, einem von Veliki\u0107s Lieblings-Topoi. Der Romanplot ist eher d\u00fcnn. Die Erkenntnisse sind es nicht.<\/p>\n<p><strong> \u00bbIn den Kammern ihrer Seelen liegen die nicht entwickelten Negative ihrer Verbrechen\u00ab <\/strong><\/p>\n<p>\u00abLangsam hauchen die achtziger Jahre ihr Leben aus\u201d, schreibt Marko. \u00bbUnd dann springen all die Armen und Trostlosen in die unverg\u00e4ngliche Zeit der Nation. Str\u00f6men zu den Fahnen, unter denen Verluste als Gewinne verbucht werden &#8230; Die Ketten elender Existenzen werden gesprengt, sie ergie\u00dfen sich in den breiten Strom der Verlierer. In der Masse zweifelt keiner an der Richtigkeit des Weges. \u2026 Fl\u00fcchtlingslager als Beitrag zur Zivilisation&#8230; Am Ufer fahren Vertreter der neuen Rasse: breite Nacken, austrainierte Muskeln, niedrige Stirn, \u2026 schlanke Blondinen, ewige BWL-Studentinnen auf dem Beifahrersitz &#8230; Der Innenminister redet den M\u00f6rder des Ministerpr\u00e4sidenten mit &#8218;<em>Mein Herr<\/em>&#8218; an.\u00ab<\/p>\n<p>Im fernen San Francisco surft Kristina unterdessen fast zwanghaft im Netz und schnaubt \u00fcber ihr Belgrad: \u00bbEin paar neue Gesichter, die alte Phrasen droschen; aufgebrachte Minister, die Journalisten bedrohten. Hinterhalte, Mord, bestellte Gerichtsurteile. Ein halbes Jahrhundert kommunistischer Br\u00fcderlichkeit wurde von Mafiaclans beerbt.\u00ab<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07900.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-1043\" src=\"https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07900-225x300.jpg\" alt=\"DSC07900\" width=\"291\" height=\"388\" srcset=\"https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07900-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07900-768x1024.jpg 768w, https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07900.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 291px) 100vw, 291px\" \/><\/a>Die vielfach gebrochenen inneren Monologe der Figuren klingen im Leser lange nach, mit ihrer Sprache, ihrer \u2013 gelegentlich allzu gro\u00dfen &#8211; Klugheit, ihrer Wut. Manchmal werden sie vom Erz\u00e4hler noch erkl\u00e4rt \u2013 als ob der Autor der seinen Figuren poetisch innewohnenden Kraft und Vergeblichkeit nicht immer traut. Zu Unrecht, denn die Stakkato-S\u00e4tze treffen: \u00bbHeckensch\u00fctzen sind wieder ruhige, gew\u00f6hnliche B\u00fcrger. In den Kammern ihrer Seelen liegen die nicht entwickelten Negative ihrer Verbrechen.\u00ab<\/p>\n<p>Des Erz\u00e4hlers Blick ist ein durchdringender, von au\u00dfen zur\u00fcck auf Belgrad, aus Z\u00fcgen, Hotels, aus Budapest, Wien, Boston, San Francisco. Der Blick der Roman-Protagonisten ist beladen mit Gedanken \u00fcber Familiengeheimnisse, mit Erinnerungen an gute Zeiten am Balkan, Hoffnungen und Lieben, Verwerfungen, Krieg und Emigration. Das Exil ist bei den allermeisten Figuren durchwegs eines aus privaten oder wirtschaftlichen Gr\u00fcnden, etwa bei der sogenannten <em>Gastarbeiter-Generation<\/em>. Aber nat\u00fcrlich ist das Private schon bei den Eltern, Gro\u00dfeltern politisch. Die Ahnen rangen auch darum, Verantwortung zu \u00fcbernehmen, oder abzustreifen. Im letzteren Fall ist die Strafe, dass auch von den Mitl\u00e4ufern niemand wirklich ankommt: ihre Blicke schweifen zur\u00fcck, unf\u00e4hig zu trauern. Einige verfallen der Demenz, haben \u00bbdas Stumm-sein perfektioniert&#8220;, im verordneten historischen Ged\u00e4chtnis einerseits, und im selbst auferlegtem Schweigegebot andererseits.<\/p>\n<p>Was ist dabei geschichtliche Realit\u00e4t, was Fiktion? Wer hat tats\u00e4chlich gelebt, wer ist Romanfigur? Einerlei, nur selten erscheinen <em>Bonavias<\/em> Figuren etwas beladen, als Vehikel f\u00fcr Reflexionen und Einsichten \u00fcber den Zustand des Landes Serbien.<\/p>\n<p><strong> Klarer Blick von au\u00dfen<\/strong><\/p>\n<p>Die subtilen Beobachtungen und Diagnosen des Essayisten, Aufkl\u00e4rers und Romanciers Veliki\u0107 beschr\u00e4nken sich nicht auf sein Heimatland. Spannend ist auch seine Au\u00dfensicht auf Wien und dessen Selbstbild, der ungebrochenen S\u00fcdosteuropa-Beziehungen und die beharrliche kakanische Mitteleuropanostalgie. Von 2005 bis 2009 war Dragan Veliki\u0107 Serbiens Botschafter in \u00d6sterreich. Ein herausragender Kulturvertreter als Diplomat &#8211; vielleicht ist das der beste Dienst, den sich ein nun demokratisches, wenn auch weiter schwieriges Land international erweisen konnte \u2013 in guter Tradition: Selbst nachmalige Literaturnobelpreistr\u00e4ger wurden einst von ihren Heimatl\u00e4ndern als Botschafter entsandt, wie Octavio Paz von Mexico, Pablo Neruda von Chile oder Miguel \u00c1ngel Asturias von Guatemala.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07563.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright  wp-image-1041\" src=\"https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07563-300x225.jpg\" alt=\"DSC07563\" width=\"330\" height=\"248\" srcset=\"https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07563-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07563-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.gunther-neumann.com\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/DSC07563.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 330px) 100vw, 330px\" \/><\/a>Marko, Marija und Kristina versuchen zu entkommen, ohne anzukommen. In ihrer Einsamkeit in Boston und San Francisco zappt sich Kristina weiter via Internet nach Belgrad. Doch selbst wenn ihr Jugoslawien untergegangen sein mag: Die Herkunft wird sie nicht los. Dragan Veliki\u0107s geistige Heimat ist kein Nationalstaat. \u00bbAls ich den Mitteleuropapreis bekam, habe ich Mitteleuropa mit dem Wiener Kaffeehaus verglichen\u00ab, sagt er. \u00bbDas ist die Topografie Mitteleuropas: viele V\u00f6lker, jedes an seinem Tisch, aber gemeinsam im selben Kaffeehaus.\u00ab Ohne Illusion, dass sich im Kaffeehaus immer alle wohlgesonnen sind. Veliki\u0107s bislang acht Romane wurden in 15 Sprachen \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p>Trotz Zeitspr\u00fcngen und Perspektivenwechsel: Die Wege von <em>Bonavias<\/em> Hauptfiguren kreuzen sich noch einmal \u2013 fast. Kristina schafft es zur\u00fcck bis Wien, wo sie \u2013 soviel sei verraten, an Gehirnschlag stirbt. Ohne dass Marija, die gerade ebenfalls im selben Hotel ist, davon erf\u00e4hrt. Und Marko hat Kristina noch am Tag zuvor ihren Koffer die Stiege ihres Hotels <em>Urania<\/em> hinaufgetragen, ohne sie zu (er)kennen.<\/p>\n<p><em> Bonavia: Das<\/em> ist, erfahren wir gegen Schluss, der titelgebende Name eines anderen Hotels, in Rijeka\/Fiume. <em>Bonavia, <\/em>der gute Weg: der Neubeginn in ein bessere Zunft? Nicht zwingend. Veliki\u0107 vermittelt vielmehr einiges an Illusionen seiner Figuren, ja an Vergeblichkeit. Auch sein j\u00fcngster Roman hat kaum sichere Antworten im Angebot, und keine Utopien.<\/p>\n<p>\u00bbWenn man ein gewisses Alter erreicht, gibt es nicht mehr Gut oder Schlecht, man stellt nur noch fest\u00ab, sagt in <em>Bonavia <\/em>gegen Schluss nicht mehr eine Figur, sondern der Autor. Nicht resignativ, aber doch abgekl\u00e4rt. \u00bbJe \u00e4lter ich werde, desto weniger erfinde ich. Der Stoff meiner Literatur stammt aus meiner Erfahrung. Authentische Literatur kommt immer aus pers\u00f6nlichem Erleben\u00ab, meinte Veliki\u0107 k\u00fcrzlich im Interview. \u00bbDas letzte Kapitel handelt von meinen Eltern, wie sie einander kennenlernten und das Leben zusammen verbrachten. Das ist der Ausgangspunkt meiner Fiktion in den vorangehenden acht Kapiteln.\u00ab<em> Bonavia<\/em> k\u00f6nnte so auch in der Gegenrichtung gelesen werden.<\/p>\n<p><em> Grand Hotel Bonavia:<\/em> In dem altehrw\u00fcrdigen Hotel haben Veliki\u0107s Eltern \u00fcbernachtet, nachdem sie sich kennen lernten. Hier, stellt sich der Autor vor, sei er gezeugt worden. W\u00e4re er gerne. Es ist m\u00fc\u00dfig, dar\u00fcber zu befinden, welches von Dragan Veliki\u0107s B\u00fcchern am meisten von seiner Biographie inspiriert ist. <em>Bonavia<\/em> ist das vielleicht pers\u00f6nlichste, intimste. \u00bbMeinem Vater war alles recht. Er f\u00fchrte ein Leben en passant. Ohne gro\u00dfe Ziele.\u00ab<\/p>\n<p>Melancholie durchzieht auch die heiteren Episoden des Romans. Letztlich ist nichts von Dauer. Nicht einmal die Erinnerung. <em>Bonavia:<\/em> Der Name ist kein Omen, aber vielleicht ein Signal der Hoffnung f\u00fcr dessen Figuren \u2013 und den gro\u00dfen Erz\u00e4hler Veliki\u0107 selbst.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" src=\"http:\/\/www.glanzundelend.de\/Artikel\/abc\/u_v_w\/image\/bonaviacover.jpg\" alt=\"\" width=\"100\" height=\"163\" align=\"left\" border=\"0\" hspace=\"5\" \/><\/p>\n<p class=\"em_text\"><strong>Dragan Veliki\u0107: Bonavia. Roman.<\/strong><\/p>\n<p class=\"em_text\"><strong>Deutsch von Brigitte D\u00f6bert. <\/strong><\/p>\n<p class=\"em_text\"><strong>Hanser Berlin, 2014, 334 Seiten, 20,50 Euro.<\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer uns die Augen \u00f6ffnet, ist ein Verr\u00e4ter Dragan Veliki\u0107: Bonavia &#8211; oder vielmehr schwierige Wege. Poesie, Suade und kluger Essay in einem. 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